Reisebericht vom 01. Oktober 2014

Konzertreise 2014 nach Helsinki

Im August 2014 ging die Junge Marburger Philharmonie gemeinsam mit vielen ehemaligen treuen Mitspielern von Zürich bis Rostock auf Konzertreise nach Helsinki.

Ein Sprinter mit dem großartigen Organisationsteam Arne Förtsch und Stefan Lieder begab sich schon vor dem Orchester auf die weite Anreise über Kopenhagen und die Öresundbrücke nach Stockholm, von dort mit dem Schiff nach Turku und weiter bis Helsinki, um die großen Instrumente an unser Reiseziel zu bringen. Wir anderen reisten entspannt mit dem Flugzeug an, es blieb nur spannend, ob all die Geigen im Handgepäck mitfliegen durften. Aber Glück gehabt, alles verlief reibungslos.

Mit Sonnenschein erwartete uns die finnische Hauptstadt und das ungewöhnlich gute Wetter sollte uns die ganze Woche begleiten. Unsere Unterkunft, ein Studentenwohnheim, das im Sommer zum Hostel „Domus Academica“ umfunktioniert wird, lag sehr zentral. Helsinki ist eine relativ kleine Hauptstadt, alle Sehenswürdigkeiten ließen sich sehr gut zu Fuß erkunden. Sogar ein Sandstrand – der Hietaniemi-Strand, einer der beliebtesten der Stadt – war nur ein paar Minuten entfernt. Natürlich fehlte im Hostel auch die obligatorische finnische Sauna nicht.

Die beiden Kirchen, in denen wir konzertierten, lagen in den Vororten Malmi und Viiki. Eine schöne Gelegenheit, die Stadt abseits der Touristenpfade kennenzulernen! Es erwarteten uns zwei architektonisch besondere Kirchen. Die eine aus Backstein, die andere – Viikin kirkko – vollständig aus Holz erbaut und mit Fertigstellung erst im Jahr 2005 der neueste Kirchenbau Helsinkis. Es war trotz sehr hoher Temperaturen und nur etwa 50 Zuhörern etwas Besonderes für uns, darin aufzutreten. Unsere wunderbare Solistin Jeanine Thorpe begeisterte das Publikum. Die Herzlichkeit des finnischen Publikums wiederum begeisterte uns: Tatsächlich waren die meisten Besucher gekommen, weil sie im Café oder im Hostel von uns angesprochen wurden. Eine Dame brachte sogar ein Blumensträußchen mit!

Abseits der Proben und Konzerte blieb uns ausreichend Zeit. Ein Ausflug mit der ganzen Gruppe auf die Festungsinsel Suomenlinna vor den Toren Helsinkis und die abendlichen Wiedersehen am Strand boten eine schöne Gelegenheit, sich mit Pultnachbarn oder Bläserkollegen auszutauschen, denn die übrige freie Zeit nutzten alle ganz unterschiedlich in Kleingruppen oder alleine: Für einen Besuch im spannenden Museum für zeitgenössische Kunst oder in der Ausstellung über die Erfinderin der Mumins, für eine Kanutour oder eine Stadtrundfahrt mit der Straßenbahn, für eine Besichtigung der berühmten russisch-orthodoxen Uspenski-Kathedrale oder der versteckten Felsenkirche, für den Genuss frischen Fischs am Marktplatz oder eines Blaubeerkuchens im Café am Meer und natürlich für Musik:

Vielfältige Klänge ertönten durch die Gänge des Hostels und die nähere Umgebung. Ein Streichquartett erfreute mit Mozart, ein Bläserquintett bot Kontrastprogramm mit Hindemith, ein Gesangsensemble steuerte jazzige Melodien bei und ein wohlklingendes Hornquartett führte zu leichten Irritationen einer Zimmernachbarin, die offensichtlich Musik aus der Stereoanlage erwartet hatte: Auf die Frage „Can you switch that off? It's very loud...“, entstand die Idee, doch mit Straßenmusik ein paar finnische Euros dazuzuverdienen. Der Auftritt mit dem „Jägerchor“ und einem bayerischen Ländler vor der besonderen Kulisse des schneeweißen Doms lockte denn auch viele Zuhörer an.

Wir verbrachten eine sehr schöne Woche in Helsinki. Braungebrannt und bestens vorbereitet auf das finnische Programm im kommenden Semester begrüßte uns Marburg mit Regen...

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