Marburger Neue Zeitung vom 03. Juli 2007

Junge Marburger Philharmonie spielt zum Semesterabschluss
Smetana hervorragend interpretiert

Marburg. Zu ihrem 29. Sinfoniekonzert hat die Junge Marburger Philharmonie (JMP) am Sonntagabend in die Lutherische Pfarrkirche Marburg geladen. Als Höhepunkt haben die Musiker Antonín Dvořáks Sinfonie Nr. 9 e-Moll "Aus der Neuen Welt" gespielt.

Mit der Šárka aus "Mein Vaterland" von Bedřich Smetana eröffneten die rund 80 Musikerinnen und Musiker der Jungen Marburger Philharmonie (JMP) den Konzertabend.
Unter dem dynamischen Dirigat von Kiril Richter [Anm. d. JMP-Red.: Kiril Stankow], der seit Sommer 2006 die Nachfolge von Kerry Jago als Dirigent und musikalischer Leiter des Orchesters übernommen hat, bot die JMP eine hervorragende Interpretation des Werkes. Die Musik zog die Gäste in ihren Bann. Mit kraftvollem Ton schallte die Musik von den Wänden des Kirchenschiffes wider und zog sogleich die weit über 500 Besucher in dem voll besetzten Gotteshaus in ihren Bann. Sowohl die bombastischen wie auch die leisen und feinen Nuancen der Komposition arbeiteten die Instrumentalisten bravourös heraus und offenbarten ihr hohes musikalisches Niveau.

In Wolfgang Amadeus Mozarts "Sinfonia concertante" für Violine, Viola und Orchester Es-Dur brillierten neben den Orchestermusikern die beiden jungen Solisten Judith Krins (Violine) und Florian Richter (Viola). Mit verspielt tänzerischer Note übertrugen die 21-jährige Violinistin und der 22-jährige Bratschist die Leichtigkeit und Lebendigkeit der Komposition auf das Publikum.
Mit einem musikalischen "Duell" der beiden Soloinstrumente in abwechselnden Lauffiguren und einer virtuosen Solokadenz mündete der erste Satz in seinen Schluss. Auch im getragen-melancholischen Andante behielten die Musiker die Klarheit und Ausdruckskraft ihres Spiels bei und verflochten ihre Stimmen mit weichem Ton ineinander. Sehr schnell und bewegt flogen die Solisten im Presto über ihre Saiten. Der Wechsel von Violine und Viola dominierte den Charakter des Satzes der im Orchester schwungvoll in das Ende mündete.
Mit lang anhaltendem Applaus umjubelte das Publikum die beiden Solisten für ihr ausdrucksstarkes Spiel.

Als Hauptwerk interpretierte die JMP Antonin Dvořáks Sinfonie Nr. 9 e-Moll "Aus der Neuen Welt". Nach einem langsamen und leisen Intro leiteten dunkle Paukenschläge in den lebendigen ersten Satz der Komposition über. Das beschwingte Seitenthema, das zunächst in der Flöte erklang und im weiteren Verlauf durch die Instrumente wanderte, dominierte die gesamte Komposition durch alle vier Sätze hindurch. Mit kraftvollem Blech endete das pompöse Adagio.
Das anschließende Largo kontrastierte mit verträumter und ruhiger Stimmung. Mit hervorragend weichem Ton spielte Annette Himmelmann das charakteristische Thema im Englischhorn. Nach kurzem Aufbäumen der Komposition löste sich der Satz im Pianissimo auf.
Schnell und wild im Scherzo schwenkten die Musiker in einen tänzelnden Ausdruck über, der durch den spielerischen Einsatz der Triangel noch verstärkt wurde. Ebenfalls schnell und feurig schloss die JMP das Allegro con fuoco an, das nach mehrfach auf- und abschwellender Dynamik im Fortissimo des Tutti-Orchesters mündete. Tosender Applaus schallte den Musikern entgegen und schließlich mit Standing Ovations.

Sonja Lecher


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