Marburger Neue Zeitung vom 04. Februar 2009

Geige und Cello harmonieren
Junge Marburger Philharmonie begeistert 800 Zuhörer

Marburg. Vor 800 Zuschauern in der Stadthalle hat die Junge Marburger Philharmonie ihr traditionelles Sinfoniekonzert gegeben. Auf dem Programm standen das Doppelkonzert für Violine und Violoncello mit Orchester a-Moll op. 102 von Johannes Brahms und Peter Iljitsch Tschaikowskys Sinfonie "Pathétique" Nr. 6 h-Moll op. 74.

Brahms' Doppelkonzert gehört zu den seltener aufgeführten Werken des Komponisten, denn die beiden Solostimmen zeichnen sich durch ein besonderes Maß an Gemeinsamkeit beim Spielen aus. Bei der Jungen Marburger Philharmonie (JMP), die Dirigent Kiril Stankow leitete, stand das Doppelkonzert nach dem Wintersemester 1999/2000 nun bereits zum zweiten Mal auf dem Programm. Und auch diesmal machten Orchester und Solisten das Werk zum Hörgenuss.

Als Solisten brillierten die Violinistin Judith Eisenhofer und Cellist Arthur Hornig. Eisenhofer, Jahrgang 1984, ist seit 2008 Konzertmeisterin der zweiten Violinen an der Komischen Oper Berlin. Der drei Jahre jüngere Hornig studiert seit Oktober 2006 an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt.

Nach wenigen Takten des ersten Satzes setze Hornig mit einer langen Solokadenz ein, abgelöst von wenigen Tutti-Takten, einem großen Violinsolo und schließlich einem Duett von Geige und Cello. Ausdrucksstark, akzentuiert und technisch versiert interpretierten Eisenhofer und Hornig die Solopassagen, die sich durch ihre verwobene Stimmführung auszeichneten. Mit teils sehr hartem Bogenstrich und energiegeladenem Spiel interpretierten die Solisten die schnellen Forte-Läufe, zarter folgte das getragene Andante. In sauberem Unisono und stimmigem Zusammenspiel entfalteten sie einen musikalischen Dialog, getragen vom vollen Klangteppich des Orchesters.

Im zweiten Werk des Abends, Tschaikowskys Sinfonie "Pathétique", zeigten die Orchestermusiker ihr Können. Gekonnt wechselte Dirigent Stankow mit ihnen zwischen den stark schwankenden Stimmungen der Musik, die von romantischen Themen unvermittelt in temperamentvollem Fortissimo mündeten. Sehr laut und energisch spielte das Orchester und schaffte so mit den leisen Pizzicato-Stellen einen umso größeren Kontrast.

Die JMP spielt als einziges Orchester in der Region in "Deutscher Aufstellung", bei der am Bühnenrand links vom Dirigenten die ersten Violinen sitzen und am rechten Bühnenrand die Bratschen, was den beiden Werken eine besondere Klangtiefe gab.

Der kräftige Applaus des Publikums honorierte die Leistung des Orchesters, das sich mit einer Zugabe bedankte.
(sol)


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