Marburger Neue Zeitung vom 05. Februar 2010

Philharmonie sorgt für Frühlingsgefühle
Solist interpretiert Rachmaninoff

Marburg (vih). Romantik und Frühling trotz Schneechaos: Die Junge Marburger Philharmonie ließ ihr Publikum zumindest für zwei Stunden dem tristen Winterwetter entfliehen. Mit dem Konzert für Klavier und Orchester Nr.2 c-Moll von Sergej Rachmaninoff und Ludwig von Beethovens Pastorale begeisterten die Musiker ihre Zuhörer.

Und davon waren viele in die Marburger Stadthalle gekommen, um den Klängen der 80 engagierten Musiker zu lauschen. Der ehrte Teil des Abends war Rachmaninoff gewidmet, dessen romantisches Klavierkonzert das erste Stück des Komponisten ist, das die seit 1993 bestehende Philharmonie zur Aufführung bringt.

Besonders viel Applaus erhielt der aus Argentinien stammende Klaviersolist Marcos Kopf. Mit viel Gefühl und überschwänglicher Gestik übernahm er den Solopart, den bei der Uraufführung Rachmaninoff selbst gespielt hatte. Trotzdem wirkte sein Spiel an manchen Stellen etwas zu dominant gegenüber dem des Orchesters. Dem melodiösen Gesamteindruck Ces Werkes tat dies jedoch keinen Abbruch. Übrigens: Kinoliebhabern könnte ein Thema des Konzerts aus dem Marilyn Monroe-Film „Das verflixte siebte Jahr“ bekannt sein. Mit dem Robert Schumann Stück „Von fremden Ländern und Menschen“ verabschiedete sich Kopf vom Publikum.

Vor dem zweiten Teil des Konzertabends wurde der Flügel von der Bühne gebracht, so dass das Publikum freie Sich auf den Dirigenten Kiril Stankow hatte, der das Spiel der Musiker souverän und elegant zu einem gelungenen Ganzen zusammenführte.

Die Frühlingsblumen auf der Bühne passten gut zu Beethovens Pastorale, die den zweiten Teil des Abends prägte. Dabei konnte das Orchester seine Kapazitäten voll ausspielen, nachdem es sich im ersten Stuck zugunsten des Solisten anscheinend noch zurückgehalten hatte.

Beethoven hat in dieser 6. Sinfonie die Freunde an Natur und Landleben verarbeitete – das Werk gilt daher als ein Vorläufer zur Programmmusik. Klarinetten und Querflöten mimen Vogelgezwitscher und auch Blitz und Donner eines Sommergewitters sind zu hören. Als Zuhörer war man nach Ende des Konzerts ein wenig wehmütig, die schöne, auditive Frühlingslandschaft wieder mit Schnee und Januarkälte tauschen zu müssen.



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