Oberhessische Presse vom 04. Juli 2006

Erfolgreiches Abschiedskonzert des Dirigenten Kerry Jago in der Pfarrkirche

Junge Marburger Philharmonie begeistert

Marburg. Mit Werken von Mendelssohn Bartholdy, Tschaikowsky und Mozart verabschiedete die Junge Marburger Philharmonie sich in die vorlesungsfreie Zeit.

Foto vom Konzert
Die Junge Marburger Philharmonie spielte in der Pfarrkirche. Foto: Felix Schneider (OP)
Am sommerlichen Sonntagabend fand in der Lutherischen Pfarrkirche Marburg das 27. Sinfoniekonzert der Jungen Marburger Philharmonie statt. Das Publikum in der voll besetzten Kirche bestand überwiegend aus Jugendlichen und Studenten.

Es wurde zu Beginn von den melancholischen Klängen der "Hebridenouvertüre" von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) verzaubert. Die Streicher spielten fließend, die Bläser harmonierten dazu hervorragend, so dass sich daraus ein in sich runder Gesamtklang bildete. Das Orchester meisterte die dramatischen Passagen und die dazugehörigen Crescendos sowie die plötzlichen Wechsel zu ruhigen Stellen mit Bravour. Mendelssohn bekam seine Inspiration und seinen Namen für die Ouvertüre nachdem er die Hebriden, eine Inselgruppe in Schottland, besucht hatte. Dieses Werk zählt zu einem der viel gerühmten von Mendelssohn, der ein Vertreter des romantischen Klassizismus war.

Anschließend wurden Peter Tschaikowskys (1840-1893) romantische Variationen über ein Rokoko-Thema für Violoncello und Orchester vorgetragen. Die Solistin war Katharina Troe, die mehrfache Bundespreisträgerin im Wettbewerb "Jugend musiziert" war und auch als Mitglied des "Hyperion-Trios" den ersten Preis beim "Internationalen Johannes-Brahms-Wettbewerb für Kammermusik" gewann. Das Orchester begleitete sie sehr harmonisch und die Streicher überzeugten mit präzisen Pizzicatos. Die Solistin spielte das freudvolle, aber auch nachdenkliche Stück emotional und intensiv. Sie erfreute die Zuhörer mit virtuosen Trillern und gefühlvollen Vibratos. Tschaikowsky war ein Bewunderer Mozarts, und es wird vermutet, dass er sich bei seinen Rokoko-Variationen von eben diesem hat inspirieren lassen.

Nach einer Pause spielte das Orchester die Sinfonie Nr. 40 in g-Moll von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) und ging somit von der Romantik zur Wiener Klassik über. Das Thema des ersten Satzes dürfte vielen bekannt sein. Wieder war das routinierte Zusammenspiel der Streicher und der Bläser, besonders das der Hörner und Querflöten, sehr gut. Das Orchester spielte die dramatische Sinfonie bis zur letzten Note erfrischend und mit einer angemessenen Dynamik. Am Ende wurde die Leistung der Musizierenden mit langanhaltendem Applaus belohnt, den sie sich redlich verdient hatten.

Da es das letzte Konzert unter der Leitung des jungen Dirigenten Kerry Jago war, trugen ihm die Orchestermitglieder die englische Nationalhymne sowie das allseits bekannte Abschiedslied "Nehmt Abschied Brüder" vor. Der gebürtige Engländer studiert an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover und leitete seit Juli 2003 die Junge Marburger Philharmonie. Er teilt sich auch die Leitung des Jungen Sinfonieorchesters Hannover. So fand der gelungene Konzertabend durch die herzliche Verabschiedung des Dirigenten ein melancholisches, aber dennoch freudvolles Ende. [...]

Su-Zi Schütz
(Kürzungen von der JMP; die ausgelassenen Passagen haben keinen Bezug zum Konzert)


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