Das Kammerorchester

In kleinerer Besetzung gibt das Kammerorchester der Jungen Marburger Philharmonie seit 1996 regelmäßig Konzerte mit breitgefächerten Programmen vom Barock bis zur Moderne in Marburg und der Umgebung, häufig mit Solisten aus den eigenen Reihen oder aus dem Marburger Raum. Es steht unter der musikalischen Leitung von Hans-Jürgen Richter.






Kritik der Wittgensteiner Zeitung zum Kammerkonzert in Bad Laasphe am 21.09.2013

Kammerorchester trifft A-cappella-Band


Interpretationen von Klassik und Pop, Mozart und Coldplay ernten bei Konzert stürmischen Applaus


Bad Laasphe. Unter dem Titel „Klassik trifft Pop“ veranstaltete der Kulturring Bad Laasphe erstmals ein Konzert in der Lahnstadt, bei dem zwei Musik-Formationen gemeinsam auftraten, die vorher noch nie etwas miteinander zu tun hatten: das Kammerorchester der Jungen Marburger Philharmonie und die A-cappella-Formation „tonArt“ aus dem Siegerland.
Zu hören waren im gut besuchten Haus des Gastes u. a. Wolfgang Amadeus Mozarts Sinfonie in A-Dur (KV 114), das Konzert für zwei Klarinetten von Carl Stamitz, „Wie kann es sein“ der Wise Guys, „Viva la vida“ von Coldplay und Albert Hammonds „I’m a train“. Dabei traten die Musikkörper sowohl getrennt wie im Zusammenspiel auf.
Musik von hoher Güte.
Wolfgang Amadeus Mozart – das verspricht Musik von hoher Güte. Deren Zauber entfaltet sich bereits in der frühen, im Winter des Jahres 1771 entstandenen Sinfonie A-Dur KV 114. Mozart schrieb sie, nachdem er gerade von seiner zweiten Italienreise, auf der er auch die einsätzige instrumentale Gattung der als Auftakt zu einer Opernaufführung gepflegten „Sinfonia“ studiert hatte, zurückgekehrt war. Bei seinem Vortrag wusste das Orchester wunderbar mit den unterschiedlichen Charakteren der verschiedenen Sätze umzugehen und damit einen der Glanzpunkte zu setzen.
Die Junge Marburger Philharmonie wurde im Frühjahr 1993 gegründet. In kleinerer Besetzung gibt ihr Kammerorchester regelmäßig Konzerte von Barock bis zur Moderne in Marburg und Umgebung. Zu einem großen Hörvergnügen wurde auch das Konzert für zwei Klarinetten von Carl Philipp Stamitz (1745 – 1801). Dieses Werk bot den beiden Solistinnen alle Möglichkeiten, die emotionale Seite ihres Instruments bis ins Detail auszuloten. Unaufdringlich, aber sehr präzise und mit genau dem richtigen Grad an „zurückhaltender Präsenz“ bot das Orchester dabei den jungen Interpretinnen allerbeste Grundlagen für einen beeindruckenden Solo-Part.
Vielfalt, Anspruch, Leichtigkeit – so lautet das Motto von Wolfgang Leipold, Dorle Jaeschke, Dorle Leipold, Damaris Bottenberg, Christiane Wenmakers und Andreas Müller, die seit elf Jahren gemeinsam als „tonArt“ gesanglich unterwegs sind. Ihre Erfolgsgeschichte: Meisterchortitel, Vertretung des NRW-Chorverbandes bei den Chorfesten in Frankfurt und Bremen, zwei CDs und neben zahlreichen anderen Konzerten 34 Auftritte in „Martin Luther King – Ich habe einen Traum“ im Apollo-Theater. Auch in Laasphe zeigten sie mehr als gepflegtes A-capella-Entertainment, ihr Stil ist leichtfüßig, kurzweilig. Pop zeigt ganz neue Facetten, Jazz hat plötzlich seine eigene Qualität. Der besondere Reiz des Abends entfaltete sich jedoch im Spannungsfeld von Instrumenten und Stimmen. Obwohl die Stimme ja eigentlich auch eines ist. Sogar das älteste der Menschheit. Und dies versteht das Siegerländer Vokalensemble virtuos einzusetzen. Zwei Proben hatten sie im Vorfeld mit dem Marburger Kammerorchesterabsolviert, dessen musikalischer Leiter Hans-Jürgen Richter die gemeinsamen Vorträge wie den Opener „You are the new day“ der King Sisters, das „Come again“ John Dowlands und das legendäre „Let it be“ der Beatles „passend geschrieben“ hatte. Was daraus wurde, war ein Fest für Herz und Seele. Ob a-capella oder mit dem Kammerorchester als Klangteppich im Rücken, das Sextett fesselte die immer wieder begeistert applaudierenden Zuhörer bis zur Zugabe.
Nach dem Ende des qualitativ hoch anzusiedelnden Konzerts feierten die Besucher die Instrumentalisten der Jungen Marburger Philharmonie und die Gesangsakrobaten von „tonArt“ mit stürmischem Applaus.
Von Wolfgang Thiel



Eine kurze Besprechung des Konzertprogramms von März 2011, geschrieben von Ruben Bartholomäus:

Klassik vom Feinsten

Das Kammerorchester der Jungen Marburger Philharmonie konzertierte in der Elisabethkirche

Marburg. Wer am Samstagnachmittag den Weg in die Elisabethkirche gefunden hatte, wurde dort mit einer erstklassigen musikalischen Darbietung belohnt. Das Kammerorchester der Jungen Marburger Philharmonie gab dort ein Konzert, welches dem etwa 200 Zuhörer zählenden Publikum großes Hörvergnügen bereitete. Unter der Leitung von Hans-Jürgen Richter, dem Konzertmeister des Sinfonieorchesters, erarbeitet das Kammerorchester regelmäßig Programme aus Barock bis Moderne und genießt mittlerweile einen ausgezeichneten Ruf weit über Marburg hinaus.
Die Solopassagen werden üblicherweise von hervorragenden Solobläsern oder -streichern aus den eigenen Reihen übernommen. So auch dieses mal: Evi Stauder und Sophie Eisenmann brillierten in Antonio Vivaldis dreisatzigem Konzert für zwei Flöten und konnten dem Werk wahren Glanz verleihen. Nicht minder bemerkenswert war die Leistung, die Maike Gotthardt anschließend bot. In dem bekannten Konzert für Klarinette in A-Dur von W.A. Mozart strahlte sie Lebendigkeit und Herzlichkeit aus. Mit dem Orchester in fortwährender Harmonie verkörperte sie gefühlvoll den Ausdruck des Werkes, wobei sie dessen technischen Ansprüche mit Leichtigkeit und einem sauberen Ton meisterte.
Nach den feinsinnigen Aufführungen der drei Solistinnen überzeugte das Kammerorchester schließlich als Kollektiv mit der Darbietung der Holberg-Suite von Edvard Grieg. Ursprünglich war dieses Stück für Piano verfasst worden, seine Bekanntheit erlangte es aber erst als Adaption für Streichinstrumente. Es wurde von Grieg im Jahre 1884 anlässlich des 200. Geburtstages des skandinavischen Humanisten Ludvig Holberg komponiert. Manche Kritiker betrachten die Holberg-Suite als ebenbürtig gegenüber der bekannteren Peer Gynt Suite – so gefiel dieses Stück auch dem Marburger Publikum und das Orchester gab nach lang anhaltendem Applaus noch zwei Zugaben.

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